Presse

23.03.18
Haselau
Leni Rieke: Die spät berufene Galeristin
Thomas Pöhlsen

Leni Rieke in ihrer Haselauer Galerie Cavissamba. Sie stellt Malerei, Skulpturen und Fotografien aus

Foto: Thomas Pöhlsen / HA

Erst als das Kind erwachsen war, erfüllte sich die 53-Jährige ihren Traum von der eigenen Galerie. Gerade beginnt eine neue Austellung.

Haselau.  „Ich mache das aus Leidenschaft. Kunst ist eigentlich ein hartes Geschäft“, sagt Leni Rieke mit Blick auf ihre Galerie Cavissamba. In Haselau präsentiert die 53-Jährige nicht nur zeitgenössische Kunst, sondern hat ein kleines Kulturzentrum geschaffen.

Der Name der Galerie verweist auf ihre Wurzeln. Geboren wurde Leni Rieke in Angola. Die Großeltern väterlicherseits waren nach dem Zweiten Weltkriegs von Schlesien in den Süden Afrikas ausgewandert. Ihr Vater heiratete eine Einheimische. Cavissamba heißt „Herzlich willkommen“ in der Sprache der angolanischen Ureinwohner. Denselben Namen trug die Farm, die ihre Eltern bis 1975 bewirtschafteten. Wegen den Unruhen vor und nach der Unabhängigkeit Angolas verließ die Familie das Land und siedelte nach Hamburg über.

Als 14-Jährige wurde Leni Rieke auf Leni Riefenstahl aufmerksam. Erst war sie nur von deren Vornamen fasziniert, sie hatte vorher keine zweite Leni gekannt. Dann fiel ihr Fokus auf Riefenstahls Fotografien und Filmen. Die Propaganda für die Nazis mal ausgeklammert, ist Leni Rieke nach wie vor von der Ästhetik der Riefenstahlschen Werke beeinflusst.

Mit 14 bekam sie zum Geburtstag ihre erste Kamera, später machte sie eine Ausbildung zur Industriefotografin. Ihre künstlerischen Ambitionen musste sie als alleinerziehnde Mutter dann allerdings hintanstellen. In der Pflege wurde das nötige Geld verdient.

Vor sieben Jahren – die Tochter war selbstständig und aus dem Haus – begann Leni Rieke wieder als Fotografin zu arbeiten, Schwerpunkt Porträt- und Hochzeitsfotografie. Doch: „Es gab nur wenige Möglichkeiten, meine Bilder ausszustellen“, klagt sie. Deswegen eröffnete sie für sich und andere Künstler die Haselauer Galerie. „Kunst und Genuss, das wollen die Menschen haben“, hat die agile Frau entdeckt.

2017 musste die Galeristin aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten, doch jetzt legt sie wieder los. Ein Ausstellung mit vier Künstler steht an. Seit Kurzem ist Leni Rieke auch Vorsitzender des Haselauer DRK-Ortsvereins, will dabei das Thema Kunst und soziales Engagement auf die Tagesordnung setzen.

Vernissage: Sa 24.3., 16 Uhr, Werke von Gudrun Probst, Martin Musiol, Saskia Stüben, Moses Dirutwe, Haseldorfer Chaussee 45, geöffnet Fr–So 14–18 Uhr

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Genüsse für Augen , Ohren und Gaumen…

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Artur Hermanni stellt sein neues Buch vor. OLYMPUS DIGITAL CAMERA

 

Gegensätze von wild und reduziert

Neue Ausstellung in der Galerie Cavissamba

shz.de von shz.de
11. September 2018, 16:00 Uhr

Die aktuelle Ausstellung in der Galerie „Cavissamba“ an der Haseldorfer Chaussee 45 in Haselau überrascht mit spannenden Gegensätzen. Die beiden Künstler Ute Farr aus Hetlingen und Frank Boje Schulz aus Tangstedt zeigen Bilder, die kaum konträrer sein könnten.

Die Gemälde von Farr strotzen nur so vor Dynamik, Farben und Fantasie. So durchpflügt ein Schiff unter vollen Segeln die sturmgepeitschte See. Doch sollte der Betrachter bei ihren Bildern schon sehr genau hinsehen. Tatsächlich sind diese Masten und Segel von wirbelnden Blättern umstürmte Bäume in leuchtendem Herbstlaub, die dem realen Bild eines Schiffes oder Waldes so nahe sind, aber doch stark mystisch angehaucht.

Farr zaubert eine breite Palette an Motiven auf ihre Leinwände und bevorzugt dabei große Flächen, Acrylfarbe, Pastell oder Öl. Meist malt sie im Freien bei Wind und Wetter als „Plein-air-Malerin“. Nur bei 15 Grad minus arbeite sie in ihrem gemütlichen Wintergarten in ihrem Haus und Atelier in Hetlingen, erzählt die leidenschaftliche Künstlerin. Die Bilder in der Galerie hat Farr unter den Titel „Fantasie Welten“ gestellt. Für die Betrachter ein reines Vergnügen, in die farbenfrohen Imaginationen Farrs einzutauchen.

Bestechende Akkuratheit

Den anderen Raum der Galerie der Fotografin Leni Rieke prägen die sachlichen, zurückgenommenen und sehr cleanen Bilder von Schulz unter dem schlichten Titel „Grafiken, Collagen und Objekte“. Sie sind nicht weniger dynamisch, aber verlangen eine ganz andere Betrachtungsweise. Hier gibt es kein spontanes Eintauchen in Emotionen und Träumereien, sondern abgezirkelte, klare Linien, Quadrate, Rechtecke und wohltuende Flächen. Selbst bei ganz genauem Hinschauen besticht die Akkuratheit der Bilder in jedem Bleistiftstrich, den glatten Hintergrundflächen und den aufgeklebten Collagen-Teilchen. In stundenlanger Puzzlearbeit setzt Schulz die winzigen Papier-Schnipsel am Ende auf seine ebenso farblich perfekt durchgestylten Bilder. Dabei erlaubt er sich auch schon mal eine kaum wahrnehmbare Hommage an andere Künstler, wie bei seinem Bild „Stillende Offenbarung“ mit dem minimalen Ausschnitt einer Wandskulptur von Donald Judd.

Mit seinem Sinn für den feinen Humor, zeigt Schulz auch Plastiken aus bunten handelsüblichen Putzschwämmen. Bei dem freischaffenden Künstler verblüffen sie als grafische und geradezu elegante Skulpturen. „Grafische Strukturen und Formen sind mein Ding“, sagt Schulz und fügt hinzu, dass er damit gestalten kann und nicht wie beim Malen der Natur nur einen Abklatsch ihrer selbst darstellt.

Die Ausstellung mit den Arbeiten der Künstler Farr und Schulz läuft noch bis Sonntag, 30. September. Die Galerie Cavissamba ist freitags bis sonntags in der Zeit von 14 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Rotes Band verbindet die Kunstwerke

Am Freitag, 14. September beginnt um 16 Uhr eine Vernissage unter dem Motto „Kunst unter den Bäumen“ im Rahmen des Kreiskulturwoche mit Arbeiten der Künstler Adelheid Johnke, Sönke Knickrehm, Achim Retzow, Anne Gerlach, Petra Yvonne Muther, Lutz Felgner und Rieke. Ein langes rotes Band wir die Kunstwerke der Benefizveranstaltung miteinander verbinden.Pinneberg

04.08.18
Haselau
Die Kunst, die eigene Heimat zu beschreiben
Thomas Pöhlsen
Hartwig Imholz suchte seine Motive im Hamburger Hafen


Foto: Privat / Thomas Pöhlsen

Fotografien, künstlerische Drucke und Lyrik sind in der Galerie Cavissamba zu sehen. Vernissage am Sonnabend, 4. August.

Haselau.  Künstlerische Drucke, Fotografie und Lyrik verbindet die Galeristin Leni Rieke mit der Vernissage für die nächste Ausstellung in ihrer Galerie Cavissamba in Haselau. Ein Künstler und sechs Fotografen aus dem Kreis werden ihre Arbeiten von sofort an präsentieren. Hinzu kommt eine Lyrikerin, die dem Ausstellungsort in der Haseldorfer Marsch sechs Gedichte „gespendet hat“, wie es Leni Rieke formuliert. Die Gemeinsamkeit der Künstler: Alle finden ihre Themen in der näheren Umgebung, setzen auf Heimatverbundenheit.
Ingo Pfannenstiel schafft aus Naturaufnahmen surreale Gemälde

Foto: Privat / Thomas Pöhlsen

Maria Fürst lebt in Pinneberg und hörte von der Galerie. Zusammen mit einer Bekannten stattete die 85-Jährige Galeristin Rieke einen Besuch ab. Es entwickelte sich sofort ein intensives Gespräch, die Besucherin aus Pinneberg war „sehr fasziniert“, wie sie berichtet. Besonders von dem Ausblick, der sich dem Betrachter auf Felder, Wiesen und den Deich bietet.
„Kunst in den Bäumen“ am Kreiskulturwochenende

Die Eindrücke inspirierten Fürst zu sechs Gedichten, von denen sie während der Vernissage an diesem Sonnabend, 4. August, um 16 Uhr zwei vertragen wird. Zudem hat Rieke die Gedichte zum Ausgangspunkt gemacht, um ihrerseits Kunstwerke zu schaffen.

Fürst hat bislang auch schon einen Lyrikband „Ein Spatz saß keck auf einem Ast“ veröffentlicht. Das zweite Buch ist in Vorbereitung. Zum Schreiben kam sie aufgrund ihres Berufs als Chefsekretärin. Sie musste viele Briefe verfassen. Zudem schulte sie ihren Umgang mit Sprache, indem sie Texte für Zeitungen über ihren Lieblingssport, das Tanzen, verfasste.
Inge Hannelore Schmidt verfremdet ihre Bilder von Naturmaterialien

Foto: Privat / Thomas Pöhlsen

Der heutige Auftritt von Fürst bietet einen ersten Eindruck von einer großen Aktion, den Rieke im Zusammenhang mit dem Kreiskulturwochenende vom 14. bis 16. September plant. Unter dem Motto „Kunst in den Bäumen“ werden Musik, Literatur und Kunst kombiniert. Die Aktion organisiert die Galeristin zugunsten des Vereins Pinneberger Kinder.

Ebenfalls mit seiner Umgebung, allerdings mit anderen künstlerischen Mitteln wie Fürst, setzt sich Dieter Tautz auseinander. Der Wedeler zeigt Radierungen und Holzschnitte. Elbe, Marsch und Nordseeküste liefern ihm die Motive. Weiterhin stellen mit Marietta Hagedorn, Christian Burgsdorff, Ingo Pfannenstiel, Hartwig Imholz, Inge-Hannelore Schmidt sowie Holger Wiechmann sechs Mitglieder des Pinneberger Fotokreises ihre Werke aus. Die Gruppe begreift sich als Lernende, die sich auf regionaler Ebene, bundesweit und im internationalen Vergleich mit anderen Amateurfotografen misst. Ihre Motive finden sie im näheren Umfeld.

Vernissage: Sa 4.8., 16 Uhr, Haseldorfer Chaussee 45, bis 24.8., Fr-So 14-18 Uhr
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Lesung : Malerei, Musik und mystische Bücher in Haselau

Aurelia L. Porter liest in der Galerie Cavissamba aus ihrer „Nicolae-Saga“ und ihr Sohn sorgt für das akustische Rahmenprogramm.

shz.de von Kirsten Heer
15. Juni 2018, 16:00 Uhr

Ein Hauch von Mystik wehte an diesem warmen Sommerabend durch die Haselauer Galerie Cavissamba. Fotografin Leni Rieke konnte bereits zum dritten Mal die Autorin Aurelia L. Porter zu einer Lesung ihrer inzwischen sechsbändigen „Nicolae-Saga“ in der Galerie an der Haseldorfer Chaussee 45 begrüßen. Knapp 25 Gäste lauschten, im Halbkreis um die Autorin aus Rellingen, bei einem Gläschen Wein oder Wasser der mystischen Familiengeschichte aus dem
19. Jahrhundert.

Unter den Gästen waren auch die beiden Malerinnen der derzeitigen Ausstellung. Durch Agnes Holtkamps zarte Blumen-Aquarelle konnte ein Bezug zu der im viktorianischen England spielenden Nicolae-Saga hergestellt werden. Ebenso passten die kraftvollen, abstrahierten Landschaften von Nike Helmers-Bolhuis hervorragend zu der mit dunklen Geheimnissen und brisanten Wahrheiten gespickten Familiensaga im Rumänien vergangener Tage.

Auch wiederum fast mystisch mutete die Schriftstellerin ein Gemälde der Malerin an, welches direkt neben ihrem Lesetisch hing. Es stellt eine Muschel in sanften Farben am offenen Meer dar und illustrierte damit perfekt das malerisch beschriebene Ambiente an der englischen Küste. Mit dieser Szene führte die Autorin Porter, welche bürgerlich Susanne Zemke heißt, die Gäste mit einem Ausschnitt aus dem ersten Band „Zwischen den Welten“ in das Leben voller Legenden und Mythen des Protagonisten Niclolae ein.
Maximilian J. Zemke begleitete die Lesung mit Musik, die er extra für die Nicolae-Saga komponiert hat.
Kirsten Heer
Maximilian J. Zemke begleitete die Lesung mit Musik, die er extra für die Nicolae-Saga komponiert hat.

In Bezug auf den Ort der Lesung, hatte Porter bewusst auch aus dem zweiten Buch „Hinter den Pforten“ und dem sechsten, aktuellen Buch „Aus dem Schatten“, Szenen ausgesucht, welche mit Gemälden und Galerien zu tun haben. Im Leben von Nicolae spielen Bilder sein Leben lang eine sehr entscheidende Rolle. Eine ganz besondere Atmosphäre entstand in der Galerie durch die wunderschönen Klänge von Maximilian J. Zemke am Piano. Der junge studierte Filmkomponist mit eigenem Studio, hatte für die Nicolae-Saga eigens Titel zu den jeweiligen Szenen für die Lesung in der Galerie komponiert. Der Künstler hat inzwischen alle Bände der Familen-Saga von Porter musikalisch untermalt und wählt bei den Lesungen seiner Mutter die Musik aus, welche jeweils zu Handlung, Ort und Stimmung passen.
Zu Gast auch die Malerinnen Agnes Holtkamp (vorn rechts) und Nike Helmers-Bolhuis (hinten links).
Foto: Heer
Zu Gast auch die Malerinnen Agnes Holtkamp (vorn rechts) und Nike Helmers-Bolhuis (hinten links).

Nach delikatem Fingerfood in der Pause und weiteren spannenden, wunderbar bildreich geschriebenen Einblicken in die gefährliche Welt von Nicolae, der den Schutz in dem sagenhaften Reich des Grafen da Laruc in Rumänien genießt, stellte sich Porter noch Fragen der Gäste. Sie erzählte, dass sich in ihren Romanen Historie und Mystik immer die Waage hielten. Und das sie das Wort „Romanfiguren“ nicht möge, denn sie sei „in ihren Köpfen“ gewesen und hätte „einfach nur alles aufgeschrieben“, so Porter.

Es ist ein sympathisches Understatement, denn ihre Bücher sind äußerst sorgfältig recherchiert, haben einen durchdachten Handlungsablauf über viele Jahre und sprudeln nur so vor Fantasie. Der siebte und letzte Band soll im nächsten Jahr fertig gestellt werden, so hofft Aurelia L. Porter.

Haselau : Neue Ausstellung in der Galerie Cavissamba