Presse

Pinneberg

Nachrichten  06.07.16
Haselau Kulturgeschichtliche Eindrücke aus Angola
Von Thomas Pöhlsen

Leni Rieke stellt in ihrer Galerie Cavissamba Aufnahmen der Fotografin Anne Gerlach aus, die vor mehr als 70 Jahren Afrika bereiste.
Foto: privat / HA
Haselau.  Ein fotografischer Schatz aus den 40er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist derzeit in der Haselauer Galerie Cavissamba zu sehen. Die Fotografin Anne Gerlach dokumentierte damals das Leben der Mukobale, ein angolanisches Urvolk. Neben dieser Premiere bietet die Haselauer Galeristin und Fotografin Leni Rieke im Juli ein dreitägiges Kulturfest. Sie will damit die Freuden in den Mittelpunkt rücken, die Kunst bereiten kann. Sie präsentiert in der Galerie Malerei, Fotografie, Aktionskunst und Literatur.

Die Fotografien, die Anne Gerlach zwischen 1940 und 1947 machte, bieten neue kulturgeschichtliche Ansichten. Die gebürtige Amsterdamerin lichtete damals mit den Mukobalen ein Nomadenvolk aus Südwest-Afrika ab. Anne Gerlach, geborene Freifrau von Schröder, war eine schillernde Persönlichkeit. Ausgebildet zur Opernsängerin, arbeitete sie als Schauspielerin und Fotografin. Sie reiste viel, insbesondere Afrika hatte es ihr angetan. Ihre Tochter Monica Gerlach stellte der Galeristin die Dias zur Verfügung, die die Haselauerin digitalisierte. Die Bilder von Anne Gerlach sind noch bis zum 8. August zu sehen.

Das dreitägige Kulturfest beginnt mit “Kunstgenuss bis Mitternacht” am Freitag, 8. Juli, um 19 Uhr. Petra Yvonne Muther, Gudrun Wolff-Scheel, Karen und Söhnke Knickrehm, Heike Kumbier-Ziesche, Bärbel Kaut, Adelheid Johnke, Ute Farr, Wilhelm Voigt, Inga Zimmermann und Suzie Bohm stellen Gemälde, Skulpturen, Drucke, Installation und Kunsthandwerk aus. Ab 20.30 Uhr spielen Angel García Arnés und Uli Kaut südamerikanische Gitarrenmusik. Zudem gibt es ein Drei-Gänge-Menü rund um die Rose inklusive Getränke für 25 Euro. Eine Anmeldung ist nötig unter Telefon 04122/927 57 88.

“Gartenlust und Kunstgenuss” ist am Sonnabend, 9. Juli, und Sonntag, 10. Juli, von 11 bis 17 Uhr in der Galerie und auf dem Außengelände angesagt. Die Künstler und Kunsthandwerker sind anwesend. Elsa Plath trägt Literarisches über die Rose vor, Barbara Marn referiert über die Farbtherapie, und Paul Georg Hille malt mit Kindern. Die Autorinnen Birgit Böhm und Aurelia Porter werden aus ihren Werken lesen. Die DRK-Ortsvereine Haselau und Haseldorf sorgen für Kaffee und Kuchen. Der Erlös geht an die Jugendfeuerwehr Haselau.

Die Galerie Cavissamba, Haseldorfer Chaussee 45, ist Freitag bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Kultur-Mix von Musik bis Malerei : In der Haselauer Galerie Cavissamba startet die Ausstellungssaison


vom 17. Februar 2016
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts
Am Wochenende startet in der Haselauer Galerie Cavissamba die Ausstellungssaison. Vernissage am Sonnabend, 20. Februar.
Haselau | Raus aufs Land, Gespräche und Kultur genießen: Gemäß diesem Motto eröffnet die Haselauer Galeristin Leni Rieke am Sonnabend, 20. Februar, die Ausstellungssaison. Rieke hat eine Fülle von Veranstaltungen vorgesehen. Der Bogen reicht von der Malerei bis hin zur Fotografie, Lesungen und klassischer Musik.
Die Haselauer Galerie Cavissamba, Haseldorfer Chaussee 45, hat freitags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Infos gibt es im Netz. www.leni-rieke.de

Den Auftakt bilden der Maler Paul Georg Hille und die Bildhauerin Gabriele Woschenko. Die Ausstellung wird am Sonnabend, 20. Februar, um 16 Uhr mit einer Vernissage eröffnet. Für musikalische Untermalung sorgt Esther Rengers (Gesang und Harfe). Hille verbrachte seine Kindheit und Jugend in Bad Ems und arbeitete schließlich als Kirchenbeamter von 1963 bis 1982 in Darmstadt. Da das Interesse am Malen schon früh durch seinen Zeichenlehrer geweckt und gefördert wurde, verfolgte er den Weg konsequent. Die Auswahl seiner Arbeiten steht unter dem Motto „Mit Musik geht alles besser  “. Woschenko zeigt gegenständliche Skulpturen aus heimischen Hölzern wie Linde, Birke, Eiche und Pappeln. Die gebürtige Plönerin studierte in Bremen und Kiel Grafik- und Kommunikationsdesign. Die Schau ist bis zum 27. März zu sehen.

Vom 2. April bis 8. Mai werden Arbeiten des Spaniers Antonio Martinez und des gebürtigen Moorreges Helmut Brundert gezeigt. Sie präsentieren ihre Sicht auf Norddeutschland. Das musikalisch-literarische Duo Esther Rengers und Joachim Dultz laden für Freitag, 29. April, zu Rezitation, Gesang und Klängen der keltischen Harfe ein. Beginn ist um 19 Uhr.

Vom 21. Mai bis 26. Juni zeigen Elke Werner (Wachsmaltechnik, Collagen) und Gudrun Probst (keramische Kleinplastiken und Wandobjekte) ihre Arbeiten. „Kleine Geschichten aus der großen Welt“ liest Joachim Frank am Freitag, 24. Juni, um 19 Uhr im Galerie-Garten.

Saisonende mit Plattdeutschem

Unter dem Titel „Kunst am Körper“ werden Fotografien von Anne Gerlach aus den Jahren 1940 bis 1947 vom 2. Juli bis 7. August präsentiert. Kunstgenuss Haselau heißt ein Drei-Tage-Kulturmarathon vom 8. bis 10. Juli mit Tango Argentino am Lagerfeuer, einem Kinderprogramm und einer Sonderausstellung. Vom 13. August bis 18. September zeigt die Frauen-Gruppe „Hofmaler“ ihre Werke, und im Rahmen dieser Kulisse bieten die Haselauer Musiker Tilman Clasen (Blockflöte) und Anne Clasen (Cembalo und Rezitation) am Freitag, 16. September, ab 19 Uhr „MusikGenuss“.

In einer gemeinsamen Ausstellung präsentieren Achim Retzow (analog fotografierte Motive aus Tornesch) und Adelheid Johnke (Holzschnitte und Malereien) vom 24. September bis 2. November ihre Arbeiten, und für Freitag, 14. Oktober, bittet Autor Wolf-Ulrich Cropp um 19 Uhr zur Lesung mit Dinner unter dem Titel „Mali– Magisches Afrika“.

Die Veranstaltungs-Saison endet mit „Een Mund vull Platt“, zu der Gerd Richert und die Elmshorner Speeldeel für Freitag, 25. November, 19 Uhr, zu Döntjes und Geschichten auf Plattdeutsch einladen.

Ausstellungseröffnung in der Rathauspassage : 15 Frauen, die Pinneberg stark machen
vom 27. Februar 2015
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Anlässlich des 104. Internationalen Frauentags am 8. März werden in der Friedrich-Ebert-Straße 33 Porträtfotos und Lebensläufe gezeigt.
Während der Vernissage entschleierten die Clowninnen Tatjana (links) und Jana Dell die Porträts.

Foto: Oster

Pinneberg | Starker Auftakt einer starken Ausstellung: Donnerstagvormittag wurde in der Kundenhalle der Sparkasse Südholstein die Vernissage zu „Starke Frauen aus Pinneberg“ gefeiert. Anlässlich des 104. Internationalen Frauentags am 8. März werden in der Friedrich-Ebert-Straße 33 Porträtfotos und Lebensläufe gezeigt. „Wir haben schon viel geschafft, aber es wird noch lange dauern, bis wir den Frauentag abschaffen und durch 365 Tage für Menschen ersetzen können“, sagte Bürgermeisterin Urte Steinberg. Sie ist die Schirmherrin der Aktion. „Ich sah mich gleich konfrontiert, eine weibliche oder wenigstens geschlechtsneutrale Formulierung für den Umstand ’Schirmherrschaft’ zu finden“, sagte sie und fügte hinzu: „Schirmdamenschaft fällt wegen Albernheit aus, aber sagen wir doch einfach: Ich bin die Freundin und Unterstützerin.“

Initiiert haben die Veranstaltung ebenfalls drei starke Frauen: Ruth Stiasny-Seligmann von der Pinneberger Frauenberatung, Deborah Azzab-Robinson, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, und Karen Fischer vom Diakonieverein Migration. „Die Frauen dieser Ausstellung stehen exemplarisch für alle Frauen, die unsere Gesellschaft und damit auch diese Stadt stark machen“, sagte Stiasny-Seligmann bei der Vernissage. Und die 15 Frauen könnten einander verschiedener und ähnlicher nicht sein. Sie alle eint die Weiblichkeit und ihre beeindruckenden Lebensläufe: Da ist die iranische IT-Expertin Aseel Hassan-Abed Wahab, die drei Kinder erzieht und nebenbei noch einen Sprachkursus belegt. Da ist die deutsche Feuerwehrfrau Nicole Nieber, die Tag und Nacht für Menschenleben im Einsatz ist. Und da ist die ehemalige Asylbewerberin Helen Imoisili, die in Pinneberg heimisch geworden ist und in ihrer Heimat Nigeria drei erwachsene Kinder zurücklassen musste. In den liebevoll geschriebenen Texten, die die Fotos begleiten, erzählen die Frauen, was ihre Stärken sind und was sie stark macht. Für die eine ist es der Glaube, für die andere die Beziehung zu Menschen und für wieder eine andere ihre Neugier.

Zwei bunte Clowninnen überraschten die Gäste bei der Eröffnungsveranstaltung. Amüsant und keck entschleierten Tatjana und Jana Dell die Fotografien, die mit Tüll verhangen waren. Und eine starke Stimme bewies Nathalie Prysiazhniuk. Sie sang einen Teil aus der Oper „Adriana Lecouvreur“. Das Werk beruht auf dem Leben der Adrienne Lecouvreur (1692 – 1730), die als eine der bedeutendsten Schauspielerinnen Frankreichs galt, obwohl sich das als Frau damals ganz und gar nicht gehörte.

In Pinneberg ist die Ausstellung noch bis Montag, 9. März, in der Kundenhalle zu sehen. Wer die Gelegenheit verpasst, hat ein zweites Mal in der Galerie Cavissamba in Haselau, Haseldorfer Chaussee 45, die Chance. In der Galerie der Fotografin Leni Rieke sind die Fotos vom 11. Juli bis zum 16. August zu sehen.
Karte
zur Startseite

von Kira Oster
erstellt am 27.Feb.2015 | 12:45 Uhr

 

Haselau : Von Heinz Erhardt bis Joan Baez                                                              Gelungener Abend mit Musik und Humor in der Haselauer Galerie Cavissamba von Leni Rieke. Erste Veranstaltung nach dem Umbau.

Haselau | „Guten Abend, meine lieben Damen und die, die Ihnen nachlaufen“. Mit diesen launigen Worten von Heinz Erhardt begrüßte am Freitagabend der Rezitator, Maler und Musiker Joachim Dultz das Publikum in der Galerie Cavissamba in Haselau. Zusammen mit dem Jazz-Pianisten Joachim Streitel am Keyboard und der Hamburger Sängerin Ruth Venediger an der Gitarre bescherte er den Zuhörern einen unterhaltsamen Abendmit Gedichten und Texten des beliebtesten Komikers der fünfziger und sechziger Jahre.Die Haselauer Galeristin Leni Rieke begrüßte das Publikum erstmals in neuem Ambiente. Gerade zuvor war der Zuschauerraum mit einer zweiten Ebene vergrößert worden, so dass nun etwa 30 Gäste in gemütlicher Atmosphäre Platz fanden. Zu Beginn des ganz speziellen Events griff die charmante Liedermacherin Venediger zum Mikrofon und sang zur Gitarre einige Lieder, wie die traurige Ballade von „Lucy Jordan“, das rockige „Son of a preacher man“ und den Spiritual „We shall not be moved“. Mit hübscher Stimme erinnert Venediger an die großen Idole wie Joan Baez, Judy Collins oder die junge Marianne Faithful. Begleitet wurde die 34-jährige angehende Diplom-Soziologin zusätzlich von Streitel am Piano. Die beiden spielen seit Jahren gemeinsam Musik vom Blues bis zum Boogie-Woogie.

Ganz konträr zu der Musik wirkte die Rezitation von Dultz, einst erfolgreicher Materialplaner für Langnese-Iglo. Er unterrichtete außerdem von 1967 bis 1971 Zeichentechniken und Aktmalerei an der Kunstgewerbeschule in Hamburg und in der Galerie Mensch. Mit seiner Interpretation der Gedichte, Redewendungen und witzigen, teils ein wenig schlüpfrigen Wortspiele des Jahrhundert-Humoristen Ehrhardt, sorgte Dultz immer wieder für Heiterkeit bei den Gästen. Er trug Gedichte wie „Zeus“, „Der Taucher“, „Der Taugenichts“ oder „Tatü, tatü“ vor, während Streitel die Themen musikalisch am E-Piano aufgriff, wie etwa nach dem „Pechmariechen“ mit dem Evergreen „Die Männer sind alle Verbrecher“. Insgesamt konnten Deutz und Streitel das Publikum immer mitreißen, was auch schwierig war, denn viele „Blödeleien“ Erhardts erhielten ihren speziellen Witz erst durch dessen ganz persönliche Vortragsweise. von Kisten Heer
erstellt am 20.Okt.2014

Erstmals kooperieren in Haselau zwei Galerien und das Dorfmuseum / Freitagabend gibt es Lesungen und Kunstausstellungen

Eine mystisch-historische Nachtlesung am Lagerfeuer unterm Sternenhimmel mit Aurelia L. Porter (Foto) – das hat die Haselauer Fotografin und Galeristen Leni Rieke seit langem für Freitag, 25. Juli, geplant. Warum nicht ein Dorf-Event daraus machen, dachte sie sich vor ein paar Tagen und griff zum Telefonhörer. Herausgekommen ist dabei die erste „Kleine Kulturnacht“. Nun ist nicht nur ihre Galerie geöffnet, sondern auch die ihrer Fast-Nachbarin Brigitte Hirte sowie die beiden Häuser des Dorfmuseums und dessen umfangreichen historischen Sammlung. Und das Beste: Es können noch weitere Künstler mitmachen, gern auch Musiker. Rieke öffnet bereits ab 14 Uhr ihre Galerie, die einen idyllischen Garten mit Teich beinhaltet. Dort sind derzeit Bilder von Paul Georg Hille zu sehen (wir berichteten). Das Literatur-Event für Genussleser und Romantiker startet um 20.30 Uhr mit einem kleinen Lagerfeuer, an dem Stockbrot geröstet werden kann. Es gibt zudem Wein, Wasser und herzhaften Käse. Die Lesung mit Porter im Lichtdurchfluteten Garten beginnt um 22 Uhr. Die Schriftstellerin aus Rellingen schreibt mystisch-historische Romane. Im Herbst 2013 erschien der dritte Band ihrer Familiensaga, den sie im März auf der Leipziger Buchmesse vorstellte. Porter entführt in das viktorianische England, wo ein kleiner Junge namens Nicholas Licht ins Dunkel um Geheimnisse und die Zerstörung eines keltischen Kreuzes auf einem alten Friedhof bringen.

Die Galerie 49 bietet von Freitag bis Sonntag einen Mal-Kursus mit der Hamburger Künstlerin Bettina Bick an . Sowohl einige Werke von ihr als auch die Ergebnisse der ersten Arbeitsstunden der Kursteilnehmer können Besucher in der Zeit von 18 bis 20 Uhr betrachten. Galeristin Brigitte Hirte ist von der Idee der kleinen Kulturnacht begeistert: „Hier können Besucher umweltfreundlich die Kunst genießen“, sagt sie, denn die Veranstaltungsorte liegen keine 300 Meter voneinander entfernt.

Begeistert ist auch der Chef der Historischen Sammlung Haselau. „Wenn es gut ankommt, machen wir das weiter“, verspricht er. Sein Team sei auf den Zug aufgesprungen. „Es ist doch eine gute Sache, wenn Privatpersonen etwas machen, zumal wenn die Gemeinde so träge ist“, sagt er. Günther betont, dass Haselau ein Ort von Kultur sei, und Sänger, Schauspieler, Maler, Musiker und Schriftsteller beherberge. Damit der Museumsbesuch viel Spaß macht, hat es sich für die Entdeckertour einen Wettbewerb ausgedacht. Wer das älteste Exponat findet, kann einen Preis gewinnen. Entweder die Haselauer Dorfchronik oder eins der historischen Bücher des Haselauer Autors Jochen Pragal.

Am Museum wird auch die Haselauer Autorin Leonie Lastella zu finden sein. Sie steht Interessierten Rede und Antwort zum Thema Schreiben und dem Autorenalltag. Außerdem signiert sie ihre Bücher für diejenigen, die noch eine Urlaubslektüre oder ein individuelles Geschenk suchen. Ob Thriller oder Liebesgeschichte, Lastella hat für jeden Geschmack etwas im Gepäck und wird auf Wunsch lustige Kurztexte zum Besten geben.

Wer noch mitmachen möchte, kann sich bei Organisatorin Rieke unter Telefon (0 41 22) 9 27 57 88 melden.

Premiere mit Atmosphäre
vom 27. Juli 2014

Die erste Kulturnacht in Haselau gewährte Einblicke in die Galerie Cavissamba, die Galerie 49 und das Heimatmuseum. Höhepunkt war die Lesung der Rellinger Autorin Aurelia L. Porter. Porter gab aus ihrem mystisch-historischen Roman „Nicholas zwischen den Welten“ prägnante Textstellen zum Besten und gab kurze Erläuterungen zum Hintergrund der Familiengeschichte, die sich im England des 19. Jahrhunderts abspielt. Es war die erste Lesung im Garten der Galerie, für die sich Galeristin Leni Rieke mit ihrem Vater Rudi besonders Mühe gegeben hatten. Neben der Dekoration mit Lichterketten und Kerzenständern gab es ein kleines Büfett mit Stockbrotteig, den die Gäste mit Weidenstöcken am Feuer rösten konnten.

In der Ferne blökt ein Schaf. Grillen zirpen. Kerzen und Feuerschalen erhellen die Dunkelheit. Im Hintergrund als Silhouette die Kirche. Die Gedanken sind im viktorianischen England. Atmosphärischer Höhepunkt der ersten „Kleinen Kulturnacht“ Haselaus war die Lesung von Aurelia L. Porter im Garten der Galerie Cavissamba. Auf Riekes Anregung hin waren zuvor Brigitte Hirtes Galerie 49, fast nebenan, und das Haselauer Heimatmuseum, bloß 300 Meter entfernt, ebenfalls geöffnet worden – zusammen bildeten sie die erste „Kleine Kulturnacht“. In Hirtes Galerie konnte Kunst im Rohzustand begutachtet werden. Zeitungen waren unter den Staffeleien ausgelegt, an denen die Hamburger Künstlerin Bettina Bick drei Stunden zuvor ihren Kunstkursus begonnen hatte. Farbtuben, Pinsel und Farbtests lagen auf dem Tisch der sonst so aufgeräumten Galerie. Als der Acryl-Malerei Kurs geplant worden war, war von der Kulturnacht noch keine Rede gewesen. Mit Freude gaben Bick und ihre Kursteilnehmer nun einen Einblick in den Entstehungsprozess. Nach eineinhalb Stunden war Beata Hasselwandas Motiv schon deutlich auf der Leinwand zu erkennen: zwei Schafe. Zu sehen waren außerdem einige Bilder von Bicks eigentlich schon beendeter Ausstellung „Inzwischen das Licht“ mit Figürlichem und Landschaften. Zudem eine Handvoll Bilder aus dem Fundus der Galerie.

In den beiden Häusern des Heimatmuseums betreuten der Vereinsvorsitzende Dieter Günther und seine Frau Tamara Besucher. Die Haselauer Schriftstellerin Leonie Lastella hatte ein Autorentischchen eingerichtet. Für die Heistmerin Magrit Cornils signierte sie ihren Roman „In Licht und Dunkelheit“. Cornils Terminkritik für die Organisatoren: „In den Schulferien ist die Veranstaltung nicht ideal.“ Mit der Resonanz der ersten Kulturnacht war der Museumschef Günther zufrieden. Ein paar Besucher – das sei ein erster kleiner Anfang. Wünschen würde er sich eine groß angelegte Kulturveranstaltung mit allen Kulturtreibenden des Dorfes, am besten mit der Kirche als Mittelpunkt.                                    Wedel Schulauer Tageblatt Johannes Stange

Haselau. Rot glühten in zwei Feuerschalen Holzscheite und knackten. Grillen zirpten. Uhus stießen ihre hohen Schreie aus. Die Dämmerung senkte sich langsam über den Garten der Galerie Cavissamba in Haselau am vergangenen Freitag gegen 22 Uhr.

Am Horizont zeichnete sich die schwarze Silhouette der Heiligen Dreikönigskirche vom dunkelblauen Nachthimmel ab. Davor saß mit dem Rücken zu einer Weide auf einer weißen Holzbank im Schein von Kerzen und Lampen Aurelia L. Porter und las.

„Du musst erst noch lernen, deine eigenen Grenzen zu erkennen, die Grenzen des Machbaren und vor allem die Grenzen des Ertragbaren.“ Große Worte, die die Rellinger Autorin im ersten Band ihrer Familiensaga den „Grafen da Laruc“ im Gespräch mit dem jungen „Nicolas“ sagen lässt. Der Roman mit dem Titel „Nicolas – Zwischen den Welten“ spielt 1866 in einem Küstenort in der südenglischen Grafschaft Kent. Familiäre Spannungen lassen den Jungen Zuflucht in Traumwelten suchen. Als er eines Tages ein dunkles Geheimnis ans Licht bringt, vermischen sich Traum und Wirklichkeit.

Nicolas findet sich „zwischen den Welten“ wieder.

Die fast 20 Besucher der ersten nächtlichen Lesung der Galerie saßen im Halbkreis vor dem Feuer und der Autorin. Teils hörten sie mit geschlossenen Augen zu. Zwischen fünf Auszügen der Saga spielte Porters Sohn Maximilian Zemke Instrumentalmusik ein, kleine aufwändige Stücke wie aus dem Soundtrack eines Historienfilmes. Der 20-Jährige hatte sie eigens für den Abend komponiert und am Keyboard eingespielt. Die Zuhörer waren sehr angetan. „Ein gelungener Abend, eine schöne Stimmung“, war nach dem rund 40-minütigen Vortrag zu hören. Vor der Lesung hatten sie bereits vergnügt Stockbrot gebacken. Einige hatten die Galerie 49 und das historische Museum Haselau besucht. Beide Ausstellungen hatten ausnahmsweise von 18 bis 20 Uhr geöffnet.

Für Galeristin Leni Rieke war der Abend ein Vorgeschmack auf Größeres. „Es gibt so viele schöne Gärten und kreative Menschen in Haselau“, sagte sie. Ihr schwebt ein kultureller Abend an vielen Orten in Haselau vor.
UeNa Jan-Hendrik Frank

 

Haselau | Die neue Ausstellung „Blickfang Kunst – Simbabwe-Südafrika-Quickborn“ in der Haselauer Galerie Cavissamba ist eine
Zusammenkunft der Perspektiven. Auf der einen Seite finden sich die 42 Skulpturen von zehn Künstlern aus Simbabwe und die farbenfrohen Designs der gebürtigen Südafrikanerin Judith Singer, deren Taschen, Armbänder und Röcke in Handarbeit von Näherinnen ihres Heimatlandes hergestellt werden. Auf der anderen Seite: etwa 30 Bilder von Waltraut Mischer und Inge Mathey aus Quickborn, die Warzenschweine und Savannenimpressionen sowie die Vielfalt zeigen, auf die die Besucher des afrikanischen Kontinents stoßen.„Die unterschiedlichen Sichtweisen sind die Gegensätze, die mich interessieren“, sagte Galeristin Leni Rieke auf der Vernissage. Sie trug einen Rock, den Designerin Singer in Südafrika in Zusammenarbeit mit einer dortigen Näherei hat herstellen lassen – aus lokalen und traditionellen Materialien wie Steppengras oder Shweshwe-Baumwollstoff.Beim „Markt der Völker“ im Hamburger Völkerkundemuseum war Rieke der Stand der in Verden an der Aller lebenden Künstlerin aufgefallen. Der Kontakt nach Simbabwe ist über Gisela Siegert und ihren Sohn Jan zustande gekommen, der mit den afrikanischen Künstlern dort zusammengearbeitet hat.
Abstrakt oder figürlich sind die Werke, manche haben sogar einen politischen Hintergrund. Gefertigt sind die Stücke aus Serpentin oder Opal. Typisch ist der Glanz, der nicht wie hierzulande durch Schleifen erreicht wird, sondern durch einen Wachsüberzug. Besonderer Hingucker sind Torsi weiblicher Formen von Celestino Mukavhi, der vor zwei Jahren im Völkerkundemuseum ausgestellt hatte. „Sie sind voller Leben und Zuneigung für die Frauen“ sagte Rieke.
Die Bilder von Mathey und Mischer sind der europäische Blick auf den schwarzen Kontinent. 20 Reisen, vorwiegend nach Namibia, haben Mathey zu einer leidenschaftlichen Liebhaberin der afrikanischen Fauna, Landschaft und der Bewohner gemacht. „Man sieht an ihren Bildern, wie ihr Herz an dem Land hängt“, sagte Rieke.
Menschen zu malen, ist die Leidenschaft von Mischer. „Ich versuche, außergewöhnliche zu finden“, so die Quickbornerin. Ihre Bilder sind eigens für die Ausstellung entstanden und vermitteln einen Eindruck von der afrikanischen Vielfalt und Eigenart. „Ich habe selten so gut Gesichtsausdrücke malerisch eingefangen gesehen“, sagte Fotografin Rieke. Zur Vernissage hatte die Galeristin Musiker Idrissa Sankhare und Autor Joachim Frank eingeladen. Sankhare trommelte vor den Bildern von Nashorn und Zebra. Frank las zwei Kurzgeschichten über das Künstlerdasein und darüber, wie die Uhren in Afrika wirklich ticken. (Wedel Schulauer tageblatt.)

Henstedt-Ulzburg

Joachim Dultz zieht es in die Haseldorfer Marsch

Der Maler und Grafiker Joachim Dultz aus Henstedt-Ulzburg zeigt ab Sonnabend, 5. April, bis 11. Mai in der Galerie “Cavisamba” an der Haseldorfer Chaussee 45 in Haselau (Kreis Pinneberg) neue Arbeiten, die dem Surrealismus bis zum magischen Realismus angelehnt sind. Vernissage ist am Sonnabend von 15 Uhr an. Die Bilder sind freitags bis sonntags von 14 bis 20 Uhr in der Galerie zu sehen. (lin)

Kultur in Haselau Blickfang Kunst

Unter dem Titel „Blickfang Kunst“ zeigen am Wochenende, 9. und 10. November, zwölf Künstler aus der Region in der Haselauer Galerie Cavissamba ihre Arbeiten. Es ist die letzte Schau in diesem Jahr. Die kleine Galerie in der Haseldofer Chaussee 45 hat sich in den vergangenen Monaten zum Treffpunkt für Liebhaber der Schönen Künste gemausert. Galeristin Leni Rieke ist mit den Anfangserfolgen zufrieden. „Es muss noch ausgebaut werden, aber es lohnt sich auf jeden Fall weiterzumachen.“
Malerei, Fotografie und Bildhauerkunst erwartet Besucher an beiden Tagen in der Zeit von 11 bis 17 Uhr. Die Künstler zeigen jeweils zwischen sechs und acht Werke. Bei der Eröffnung am Sonnabend sorgen „Maya und die Doctores“ für Musik. Maya Mos (Gesang und Gitarre), Jørn Haugen (Bass) und Dirk Dhonau, (Schlagzeug) spielen seit 2010 vom Mittelalter inspirierte Musik zu alten Texten aus dem 12. bis 13. Jahrhundert, sowie echte Mittelalter-Gassenhauer und moderne Stücke, die an Mittelaltermusik angelehnt sind.
Der Sonntag steht im Zeichen kultureller Begegnung. Künstler, Sammler und Kunstinteressierte haben bei einem gemeinsamen Frühstück die Möglichkeit, einander kennen zu lernen und ins Gespräch zu kommen. Das Künstler–Frühstück findet von 11 bis 14 Uhr statt. Die Teilnahme ist kostenfrei, Spenden wie Brötchen oder Käse sind willkommen, so Rieke. Damit sie planen kann, bittet sie um telefonische Anmeldung unter Telefon (0 41 22) 9 27 57 88 oder (01 73) 2 32 07 54.
Es ist die letzte Ausstellung in diesem Jahr, aber es gibt noch drei Lesungen. Am Freitag, 22. November, liest Joachim Frank um 19 Uhr aus seinem Buch „Kapverden – Afrikanische Perlen im Atlantik“. Am Sonnabend, 30. November, gibt es um 16 Uhr eine Familienlesung aus dem Kinderbuch „Das Geheimnis der 1000 Tore“ mit Birgit Böhm. Am Freitag, 13. Dezember, bittet der Haselauer Autor Jochen Pragal eine Kostprobe aus seinem zum historischen Krimi „Im Sog des Kraken.“ Die Ausstellungssaison 2014 startet am 22. Februar mit Werken derUetersenerin Gisela Lehner.( Andrea Stange) Wedel-Schulauer Tageblatt

Das Malen als Rückzugsort und Quelle

vom 25. Februar 2014
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Schau mit 40 Werken der Künstlerin Gisela Lehner

Gisela Lehner wuchs in Pommern auf und kam zum Kriegsende 1945 mit ihrem Ehemann Hubertus Lehner und drei kleinen Kindern zuerst nach Hessen. Anfang der 1950er-Jahre verschlug es die Familie nach Heidgraben, wo sie eine neue Heimat fand. Bei zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland präsentierte Gisela Lehner ihr vielfältiges Schaffen. Bis zu ihrem Tod war sie Mitglied der Künstlergilde Pinneberg.

Leidenschaft für Monotypie

Das Ehepaar Lehner arbeitete trotz seiner gemeinsamen Liebe zur Kunst sehr unterschiedlich. Während Hubertus Lehner meist sehr großflächig und mit schnellem Pinselstrich agierte, wählte seine Frau überwiegend kleinere Bildformate. Vor allem die Monotypie hatte es ihr angetan. Dabei trug sie Farben auf eine Glasplatte auf, druckte diese anschließend in mehreren Schichten auf Papier und entwickelte das Bild mit fein eingezeichneten Strukturen weiter.

Die Künstlerin war sehr introvertiert

Brown erinnert sich an das gemeinsame Leben in der Künstlerfamilie. „Manchmal stahl meine Mutter dem Vater ein bisschen die Show, als Besucher der Galerie ausdrücklich nicht seine, sondern ihre Werke sehen wollten.“ Sie sei ein sehr introvertierter Mensch gewesen und hätte nie eine Rede zu einer ihrer Ausstellungen gehalten. Das Malen sei für sie stets eine Quelle der Kraft und ein Rückzugsort gewesen, die sie vor allem in ihren letzten Lebensjahren genutzt habe. Zu ihren Vorbildern zählte vor allem der Maler, Grafiker und Bildhauer Max Ernst (1891 – 1976).

Ihr Schaffensspektrum reichte von Kinderbüchern und filigranen Grafiken über Keramiken bis hin zu eindrucksvollen Monotypien. 40 Werke von Gisela Lehner (1919 – 1998) sind bis zum 30. März in der Haselauer Galerie „Cavissamba“ zu sehen. Zur Vernissage begrüßte Galeristin Leni Rieke die jüngste Tochter der Künstlerin, Annette Brown, die die Ausstellung „Retrospektive eines Lebens“ zusammengestellt hatte. Für die musikalische Untermalung der Veranstaltung sorgte Kjeel Sommer (16), der auf dem Klavier Popmusik intonierte.

Die Ausstellung in der Galerie an der Haseldorfer Chaussee 45 ist noch bis zum 30. März freitags bis sonntags jeweils von 14 bis 20 Uhr beziehungsweise nach Vereinbarung unter (01 73) 2 32 07 54 zu sehen. Von Thomas Krohn
erstellt am 25.Feb.2014 | 16:00 Uhr

Kinder erleben die spannende Welt der Alba Brunstein

Die Bilder eines Einhorns und Mitternachtskobolds hängen an der Wand. Auf dem Brunnen, der Zugang zum Elbenreich ist, liegt Efeu. Kaminfeuer prasselt. Muffins werden geschmaust. Und die Gedanken sind bei Alba Brunstein im Elbenreich: Während einer atmosphärischen Stunde in Haselaus Galerie „Cavissamba“ (Haseldorfer Chaussee 45) hat Autorin Birgit Böhm aus ihrem Kinderbuch „Alba Brunstein und die Welt der 1000 Tore“ vorgelesen.

 

Die Zwölfjährige Alba ist Klassensprecherin und nimmt alles ernst. Ihr Lieblingsort ist der Garten einer alten Villa. Viele Freunde hat Alba nicht. Als der Waisenjunge Tonio mit seinem Großvater aus Italien kommend in der Villa einzieht, beginnt für die Kinder eine fantastische Geschichte: Denn der Brunnen im Garten ist eines von 1000 Toren in das Reich der Elben.

 

Feinsinnigkeit, Empathie und Naturbegeisterung sind Böhms Anliegen. Effektvoll pustet die Uetersenerin schon mal den Kindern zu, wenn die Protagonisten ihrer Bücher ein Schiff auf dem Wasser des Elbenbrunnens in Gang bringen wollen. Jons Schulz ist mit seiner Tochter Paula (8) aus Elmshorn nach Haselau gekommen, weil er Böhms Qualitäten aus gemeinsamen Lehrerzeiten an einer Grundschule kennt: „Ich weiß, dass sie gut mit Kindern umgehen und ihr Interesse erfassen kann.“ (J.Stange)Wedel-Schulauer Tageblatt

Von der Marsch in das Elbenreich

 

Lesung: Uetersener Lehrerin Birgit Böhm stellt mit „Alba Brunnstein“ ihren ersten Fantasy-Roman für Kinder vor

 

Haselau/Uetersen. Erst als Erwachsene hat sie den Fantasy-Klassiker „Der Herr der Ringe“ von J. R. R. Tolkien gelesen. „Ich habe es verschlungen. In den nächsten Sommerferien dachte ich: So etwas will ich auch schreiben“, sagte Birgit Böhm.

Das war vor sieben Jahren. Am Sonnabend stellte die Uetersenerin in der Haselauer Galerie Cavissamba ihren ersten eigenen Fantasy-Roman vor. Am prasselnden Kaminfeuer las die Lehrerin der Rosenstadtschule Passagen aus „Alba Brunnstein. Das Geheimnis der tausend Tore“. Es handelt sich um den ersten von drei geplanten Bänden.

Die Runde der Zuhörer war klein, aber gemütlich. Böhm hatte das großzügige Lesezimmer mit Marschblick liebevoll dekoriert. Auf einem Tisch standen Stoff-Einhörner, auf einem anderen lagen auf Tellern süße Muffins. An der Wand hingen Zeichnungen einiger Fabelwesen und – wie es sich für ein Werk in der Gefolgschaft Tolkiens gehört – eine Landkarte des Fantasie-Reiches. Darunter ragte ein Brunnen aus Styropor und Papier auf, über den die 58-Jährige zusammen mit den anwesenden Kindern die Hände breitete. Wenn ihre Hauptfigur „Alba“ über solch einem Schacht einen Spruch murmelt, taucht sie in die Welt der Elben und Kobolde ein.

Die zwölfjährige „Alba“ lebt bei Hamburg. Am liebsten sucht sie Zuflucht in dem verwunschenen Garten ihrer Nachbarin „Frau Miro“, um zu lesen. Eines Tages zieht „Tonio“ aus Italien in die Miro’sche Villa ein. Er nimmt „Alba“ mit auf die Suche nach seiner Mutter, einer Elbenprinzessin. Ein Brunnen im Garten wird den Kindern zum Tor in das Elbenreich.

Die Frage nach der eigenen Herkunft hat Böhm in das Zentrum der Erzählung gestellt. Als Lehrerin weiß sie: Schüler im Alter von „Alba“ und „Tonio“ erleben nach dem Wechsel in die Sekundarstufe eine ungewisse Zeit des Aufbruchs. „Die Kinder müssen neue Freunde finden und gucken: Wer bin ich? Wie komme ich an?“, sagte sie. „Alba“ und „Tonio“ meistern diese Herausforderungen. Sie erleben die Begegnung mit dem Fremden als Bereicherung sowie als Chance und werden darin zu Vorbildern. Als Biologielehrerin will Böhm in ihren Leser eine Achtsamkeit der Natur gegenüber wecken. Sie beschreibt Misteln, Frauenmantel und Lianen, damit Kinder ihren Horizont erweitern. Dabei beruft sich die Autorin auf die alte Weisheit: „Was ich kenne, schätze ich und bin damit auf dem Weg, es zu schützen.“

Nicht zuletzt stellt Böhm ihre Hauptcharaktäre als hochsensitive Kinder dar. Beide sind eher introviert, ernsthaft, fantasievoll und nehmen mehr als andere wahr. Dieses Phänomen der Hochsensitivität hat Böhm vor zwei Jahren auch bei sich selbst entdeckt.

Der zweite Band der Trilogie soll im Frühjahr 2014 erscheinen

Mit der Fantasy-Trilogie „Alba Brunnstein“ richtet sich Birgit Böhm an Groß und Klein. Kinder ab zehn Jahren können es selbst lesen. Jüngeren sollte es vorgelesen werden. Böhm hat den Roman aber auch für erwachsene Natur- und Gartenliebhaber sowie Menschen, die sich für Hochsensitivität interessieren, geschrieben. Nachdem viele Verlage das Manuskript abgelehnt hatten, gründeten Birgit und Christian Böhm im März den Fiorella-Verlag. Die bisher einzige Veröffentlichung ist der erste Band der Trilogie. Er umfasst 326 Seiten und kostet 14,95 Euro. Die Fortsetzung „Alba Brunnstein. Die Befreiung der tausend Tore“ soll im Frühjahr 2014 und „Alba Brunnstein. Das Herz aus liebendem Gold“ im Herbst erscheinen.(Frank) Uetersener

Liebe im Leben und im Totenreich

Die Haselauer Autorin Leonie Lastella stellt gleich zwei Neuerscheinungen vor. Wenn die Traumfrau stirbt, ist die Beziehung nicht immer gleich zu Ende: Beziehungs-Drama „In Licht und Dunkelheit“ von Leonie Lastella

Leonie Lastellas Gedankenwelt ist zweigeteilt: Auf der einen Seite lauern düstere Mordgelüste, vis-a-vis perlt prickelnde Liebe. Die Haselauer Autorin präsentiert nun gleichzeitig beide Welten und zwar in zwei Neuerscheinungen.

Mit „In Licht und Dunkelheit“ legt die Mutter von drei Söhnen einen herzergreifenden Liebesroman vor, der ihr drittes Buch in nur drei Jahren ist. In dem Band „NordMord – Die besten Kurzkrimis von der Waterkant“ ist sie mit ihrem Beitrag „Habels Teufel“ vertreten, mit dem sie derzeit um den Publikumspreis des NordMord Awards 2013 kämpft.

Lastella ist eine Vielschreiberin. Ihr Erstling „Stille Seele“ erschien 2011 und ist zwar eine Liebesgeschichte, aber mit Kriegswirren und Toten. Der Thriller „Allein“ eroberte im Oktober 2012 über CreateSpace Amazon den Buchmarkt. „Es geht inzwischen sehr viel über E-Book“, weiß Lastella, aber auch diesen Titel gibt es in einer Print-Ausgabe. In dem neuen Roman gibt es zwar auch eine Tote – aber mit Mord hat diese Liebesgeschichte nichts zu tun. Der nächste Band schlummert schon in der Warteschleife, wie die Autorin verrät.

„In Licht und Dunkelheit“ spielt in Schleswig-Holstein, also dort, wo Lastella lebt und sich wohl fühlt. Die Beziehung von Lucas und Lilly ist einzigartig. Das ändert sich auch nicht, als Lilly stirbt. Das Band zwischen ihnen bleibt bestehen, nur ist ihre Liebe jetzt wie ein Schatten, an dem Lucas fast zu zerbrechen droht. Doch dann lernt er Julia kennen. Aber der Spagat zwischen Totenreich und Leben ist nicht einfach.

Am Freitag, 27. September, liest Lastella ab 19 Uhr aus ihrem Roman in der Haselauer Galerie Cavissamba, Haseldorfer Chaussee 45. Der Eintritt ist frei. Andrea Stange vom 7. September 2013 Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Ausstellung: Auch Kühe haben eine Seele vom 

Quickborn | Wer ihre Kuhbilder betrachtet, muss einfach schmunzeln. Die Gesichter scheinen den Betrachter tief ins Innere einer Kuh-Seele blicken zu lassen. In der Haselauer Galerie Cavissamba, Haseldorfer Chaussee 45, werden die Ölbilder der Quickbornerin Kerstin Lietz (Foto) von morgen bis zum 29. August zu sehen sein. Geöffnet ist die Galerie Freitag bis Sonntag von 12 bis 20 Uhr. Der Eintritt ist frei. Die Vernissage beginnt morgen um 17 Uhr. Gäste sind willkommen. Kerstin Lietz, Augenoptikermeisterin von Beruf, malt seit frühester Kindheit. Ganz besonders hat sie sich mit dem Thema “Kuh” auseinandergesetzt. “Ihre Gelassenheit, Sanftmut und Neugierde beeindrucken mich immer wieder aufs Neue”, sagt sie. www.leni-rieke.de  vom  19. July 2013

 Pferde und Frauen als zeitlose Themen

vom 23. Oktober 2012 Uetersen
| Für Ingeborg Körber sind Frauen ein zeitloses Thema – jedenfalls als Motive für ihre Bilder. Die Quickborner Künstlerin stellt einen Teil ihrer Werke jetzt im Atelier von Leni Rieke im Großen Wulfhagen in Uetersen aus. Zu sehen sind außer 15 Arbeiten Körbers auch fünf Pferdebilder der Tiermalerin Maria-Ange Grabau aus Frankreich. Zur Vernissage begrüßte Fotografin Rieke neben Körber etwa 20 Besucher. “Marie-Ange Grabau konnte leider nicht kommen, sie lebt in Südfrankreich und befindet sich gerade auf einer Reise”, bedauerte sie. Bei einem Glas Sekt nutzten die Besucher die Gelegenheit, sich die Werke beider Künstlerinnen näher anzusehen und sich von Körber die Arbeiten erläutern zu lassen. “Die Themen sind Pferde und Frauen, deren lebenslanger Kampf um ein selbstbestimmtes Leben, um ihre Geschlechtlichkeit, um ihre Kreativität, um Leben und Tod und um die Menschen und Lebewesen, die sie lieben. Dieser Kampf macht sie auch heute noch zu Amazonen”, erläuterte die Quickbornerin. Zu Körbers Arbeiten, gehören unter anderem Kreidezeichnungen, Bilder in Acryl- und Mischtechnik sowie einige Skulpturen.

Die Ausstellung kann bis zum 21. Dezember 2012 besichtigt werden: mittwochs bis freitags von 10 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 13 Uhr. Der Eintritt ist frei. Krohn

“Blütenpracht”: Diana I. Beermann zeigt in der Galerie Leni Rieke bis zum 11. Oktober 30 ihrer Bilder.

Uetersen | Blumen, Landschaften, Stillleben, Maritimes sowie Motive aus Uetersen und der Marsch: Das künstlerische Spektrum von Diana I. Beermann ist breit gefächert. Seit dem Wochenende präsentiert sie 30 ihrer Werke in der Uetersener Galerie der FotografinLeniRiekeimGroßenWulfhagen.                                                                                                                                                     Bei ihren Arbeiten verwendet die 63-jährige Künstlerin hauptsächlich Ölfarben und Aquarellmischtechnik. Die Wahl-Uetersenerin orientiert sich dabei meist an Vorlagen, malt aber auch aus dem Gedächtnis heraus. Die Ausstellung mit dem Titel “Blütenpracht” ist in der Galerie noch bis zum 11. Oktober 2012 zu besichtigen. Krohn

FOTOGRAFIN SETZT DAMEN IN BESONDERES LICHT
Wie in Haselau aus einer ganz normalen Frau eine Diva wird
Foto: Michael Rahn
Die Idee spukte Leni Rieke lange im Kopf herum. Jetzt hat sie das Vorhaben in die Tat umgesetzt: Ganz normale Frauen wie eine Diva zu fotografieren.

Haselau. Ihre Modells: Zehn Frau aus ihrer Wahlheimat Haselau, darunter eine Landwirtin, eine Steuerberaterin, eine Lehrerin, eine Gastwirtin – Menschen wie du und ich.

Entstanden sind wunderschöne Bilder von Frauen, wie sie sich selbst noch nie gesehen haben. “Das bin ich sonst überhaupt nicht”, sagt Anke Winkler. Und doch freut sie sich über die Bilder, bewundert auch die Fotos der anderen Frauen. Die Fotografin hatte alle Akteure von vornherein gewarnt: “Ihr werdet euch nicht wiedererkennen.”

Doch alle zehn machten mit, unterstützten sich gegenseitig. Denn in der 1200-Einwohner-Gemeinde kennt ohnehin fast jeder jeden. Aber so, wie Leni Rieke sie fotografierte, geht sonst niemand auf die Straße.

Bis zu drei Stunden standen die Damen ihrer Fotografin Modell. Vorher war noch die Friseurin Barbara Kell am Zuge und sorgte für den besonderen Schnitt, die interessante Farbe im Haar und auf den Wangen. Einige Frauen holten extra für den Termin den eigenen Schmuck und die schöne Robe hervor, andere ließen sich gern mit fremden Federn schmücken – aus der Garderobe der Haselauer Sängerin Elke Andièl.

Die Fotografin Leni Rieke lebt seit Mitte der 90er-Jahre in der Marschgemeinde. Ihren Beruf kannten bislang nur die Wenigsten. “Vor 20 Jahren habe ich die Ausbildung zur Fotografin gemacht”, erzählt Leni Rieke. Doch als alleinerziehende Mutter hatte sie in der Folgezeit andere Aufgaben wahrzunehmen.

Kürzlich ermunterte sie ein Freund, wieder in den Beruf einzusteigen. Dafür stellte er ihr die Hälfte seiner eigenen Ausrüstung zur Verfügung. Platz fürs Studio gibt es im eigenen Haus – direkt am Übergang zum Marschenland – genug, seitdem die Tochter eigene Wege beschreitet. Und Leni Rieke startete durch, wagte sich an das Frauenprojekt und begeisterte dafür mutige Frauen.

“Mir hat es viel Spaß gemacht, in eine andere Rolle zu schlüpfen”, sagt Anke Winkler. Sie hat sich – wie drei andere Damen – für die aktuelle Ausstellung im “Deichhof Café” auch im Alltag fotografieren lassen.

Diesen weiteren Schritt, sich öffentlich zu zeigen, haben nicht alle mitgemacht. “Das ist völlig okay”, sagt Leni Rieke. Sie hatte ursprünglich nur geplant, die Bilder zu der Kreiskulturveranstaltung in Haselau zu zeigen. Aber der Zuspruch war groß, die Nachfrage wuchs, und dass die Bilder beeindrucken, erlebte Leni Rieke bei der ersten Vernissage mit Frauen und Ehemännern: Als jeder zum ersten Mal die Bilder groß und gerahmt an der Wand sah, war es still im Raum. Anke Winkler verriet später der zunächst verunsicherten Fotografin: “Wir waren so beeindruckt. Die Bilder sind atemberaubend.”

Artikel erschienen am 30.06.2010 Michael Rahn